Anfeuern für morgen - nachhaltige Wärme startet in Betrieb
30.05.2025

Nach mehreren Jahren der Planung und rund 14 Monaten intensiver Bauzeit wurde in Neunkirchen am vergangenen Freitag ein zukunftsweisendes Energieprojekt offiziell in Betrieb genommen.
Nach mehreren Jahren der Planung und rund 14 Monaten intensiver Bauzeit wurde in Neunkirchen am vergangenen Freitag ein zukunftsweisendes Energieprojekt offiziell in Betrieb genommen. Mit der neuen Energiezentrale am Neunkirchner Sportgelände beginnt die Versorgung von rund 220 Haushalten sowie öffentlichen und gewerblichen Gebäuden mit regenerativ erzeugter Wärme. Das Projekt trägt den Namen „100 % Neunkirchen“ – und steht damit symbolisch für den Anspruch, die Wärmeversorgung komplett auf nachhaltige, regionale Quellen umzustellen. Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung durch den Fördermittelgeber des Bundes, der ZUG (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft gGmbH) in Höhe von 70% der Gesamtkosten, wäre ein Projekt dieser Größenordnung nicht denkbar gewesen. Bürgermeister Knörzer zeigte sich erfreut darüber, dass Neunkirchen als kleine Kommune mit ihrem Modellprojekt überzeugen konnte. Durch diese enorme Förderung habe die Bundesregierung nicht nur ein deutliches Zeichen für Klimaschutz und regionale Wertschöpfung gesetzt, sondern auch Vertrauen in kommunales Handeln bewiesen. Die zentrale Heizanlage wird mit naturbelassenen Holzhackschnitzeln aus dem Gemeindewald, aus Landschaftspflegehölzer und aus dem Grüngutplatz betrieben. Sie verfügt über eine Heizleistung von 1600 Kilowatt und wurde mit einem modernen Rauchgaskondensationssystem ausgestattet, das besonders effizient arbeitet. Unterstützt wird das Heizsystem durch eine Großwärmepumpe, die im Sommer Umweltwärme aus der Luft nutzt. Der Strombedarf hierfür wird aus einer nahegelegenen Freiflächen-Photovoltaikanlage gedeckt. Ein Wärmespeicher mit einem Volumen von 1000 m³ Litern Wasser ermöglicht zudem, überschüssige Wärme zwischenzuspeichern und bedarfsgerecht ins Nahwärmenetz einzuspeisen. Aktuell sind etwa 70 Prozent des zehn Kilometer langen, gut isolierten Leitungsnetzes verlegt. Die vollständige Fertigstellung des Netzes wird bis Ende des Jahres beziehungsweise Anfang kommenden Jahres erwartet. Bis dahin sollen alle vorgesehenen Haushalte und Einrichtungen angeschlossen werden. Die Projektleitung lag bei der Firma IBS, die gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Schmid AG energy solutions und mehreren lokalen Betrieben die Energiezentrale in nur 14 Monaten Bauzeit errichtete. Insgesamt wurden rund 4,9 Millionen Euro investiert. Die Anlage soll künftig jährlich etwa 5.200 Megawattstunden Wärme erzeugen und dabei rund 1.900 Tonnen CO₂ einsparen. Zur feierlichen Inbetriebnahme der Anlage versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Handwerk und Bürgerschaft auf dem Gelände der neuen Energiezentrale im Neunkirchener Wald. Bürgermeister Bernhard Knörzer sprach in seiner Ansprache von einem „Meilenstein für die Gemeinde“ und betonte die weitreichende Bedeutung des Projekts für eine unabhängige, zukunftsfähige und klimafreundliche Energieversorgung in Neunkirchen. Unter den Ehrengästen befand sich MdL Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg. Er würdigte das Projekt als zukunftsweisendes Modell, das weit über die Region hinaus Strahlkraft entfalte. Auch der Landtagsabgeordnete Erwin Köhler (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich beeindruckt und hob hervor, wie wichtig es sei, Wertschöpfung in der Region zu halten – insbesondere bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Jan-Peter Röderer (SPD), ebenfalls Mitglied des Landtags, lobte den pragmatischen Ansatz der Gemeinde: Während andernorts noch diskutiert werde, sei in Neunkirchen längst gehandelt worden. Landrat Dr. Achim Brötel schließlich sprach von einem wichtigen Schritt im Rahmen der Wärmewende und betonte, dass die Energiewende nur mit solchen kommunalen Projekten gelingen könne. Neunkirchen sei mit diesem Vorhaben seiner Zeit ein gutes Stück voraus. Stellvertretend für die baubeteiligten Firmen beglückwünschte Philipp Thalmann, Geschäftsleitungsmitglied der Firma Schmid AG energy solutions die Gemeinde Neunkirchen zu diesem mutigen Schritt und wünschte stets einen erfolgreichen Betrieb der Anlage. Den Schlusspunkt der Redebeiträge setzten die beiden Ortsgeistlichen Pfr. Josef Dorbath und Pfr. Samuel Goerke mit der Segnung der neuen Anlage. Goerke betonte in seinen Worten, dass die Inbetriebnahme nicht als Abschluss, sondern als Beginn eines neuen Kapitels zu verstehen sei. Bürgermeister Knörzer dankte allen Beteiligten für ihr außerordentliches Engagement und zeigte sich optimistisch: „Dieses Projekt zeigt, was eine engagierte Gemeinde mit vereinten Kräften erreichen kann.“ Zum Abschluss der feierlichen Eröffnung übernahm Bürgermeister Bernhard Knörzer gemeinsam mit Minister Peter Hauk den symbolischen Akt der Inbetriebnahme: Gemeinsam entzündeten sie das Feuer in der 1.600 Kilowatt leistungsfähigen Heizanlage und gaben damit das Startsignal für die nachhaltige Wärmeversorgung der Gemeinde. In einem weiteren Höhepunkt wurde an diesem Tag auch die neu errichtete Löschwasserzisterne eingeweiht. Sie befindet sich direkt neben der Heizzentrale, fasst 600 Kubikmeter Wasser und dient sowohl als Löschwasserreserve als auch zur Beregnung der benachbarten Sportplätze des SV Neunkirchen. Die Steuerung der Beregnung erfolgt digital – zur Demonstration wurde sie während der Veranstaltung per App durch den Vizepräsidenten des Badischen Sportbundes Nord, Herrn Bernd Kielburger, in Betrieb genommen. Der Badische Sportbund als auch der Zweckverband Mühlbachwasser, vertreten durch Geschäftsführer Herrn Alexander Freygang, trugen maßgeblich zur Finanzierung der Zisterne bei. Ein besonderer Dank galt hierfür diesen beiden Institutionen aber auch dem Sportverein mit Vorstand Klemens Knörzer und seinen Mannen für das große ehrenamtliche Engagement. Dass das Projekt ein echtes Gemeinschaftswerk ist, zeigte sich nicht nur am vielfältigen Kreis der Beteiligten, sondern auch an der engagierten Zusammenarbeit während der gesamten Realisierung. Zahlreiche Partner – von der örtlichen Wasserversorgung über Ingenieurbüros, regionale Handwerksbetriebe und Sportverbände bis hin zur Feuerwehr und der Kreisverwaltung – haben an dem Vorhaben mitgewirkt. Dass das Projekt ein echtes Gemeinschaftswerk ist, zeigte sich nicht nur am vielfältigen Kreis der Beteiligten, sondern auch an der engagierten Zusammenarbeit während der gesamten Realisierung. Zahlreiche Partner – von der örtlichen Wasserversorgung über Ingenieurbüros, regionale Handwerksbetriebe und Sportverbände bis hin zur Feuerwehr und der Kreisverwaltung – haben an dem Vorhaben mitgewirkt. Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt dabei auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Neunkirchen für die intensive Betreuung des Großprojektes beginnend mit Informationsveranstaltungen, Beratungen, Teilnahme an Baubesprechungen und die praktische Umsetzung. Stellvertretend hierfür sprach er dem Betriebstechniker Fabian Dinkeldein seine Anerkennung aus.
