Viel geschafft, noch viel zu tun
14.01.2026
Neunkirchen, 11.01.2026
Rückblick und Ausblick beim Neujahrsempfang 2026
Einmal im Jahr lädt Bürgermeister Bernhard Knörzer die Bewohnerinnen und Bewohner Neunkirchens zum Neujahrsempfang mit Bürgerversammlung ein. Neben Informationen über die Ereignisse und Projekte des vergangenen und laufenden Jahres galt es auch, verdiente Bürgerinnen und Bürger zu ehren. Dies alles geschah in einem festlichen Rahmen mit tollen musikalischen Beiträgen.
Zunächst begrüßte der Bürgermeister seine Vorgänger, den Ehrenbürger Wolfgang Schirk mit seiner Ehefrau Maria und Ehrennadelträger in Gold Hermann Vogt mit Ehefrau Käthe, den evangelischen Pfarrer Samuel Goerke und die Kirschhoheiten Lennja Elsässer und Julie Weinreich. Sein Gruß ging auch an die anwesenden Gemeinderatsmitglieder, die Ehrennadelträger der Gemeinde und die Leiterinnen der Grundschule und der Kindergärten. Als besondere Gäste grüßte er im Lauf der Veranstaltung außerdem den Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL und den Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises Dr. Achim Brötel.
Ein fulminanter musikalischer Auftakt der Feier überraschte die vielen Besucher der Feierstunde: Roman Birnbaum von der Musikschule Mosbach am Klavier und seine Nichte, die studierte Geigerin Evelyne Schwarz, spielten den Csardas von Vittorio Monti ebenso meisterhaft und feurig wie im Lauf der Feier drei weitere musikalische Beiträge. „Man kann nur staunen, welche Talente sich in unserer Gemeinde verbergen“, meinte der Bürgermeister nach dem mitreißenden Vortrag, der mit langem Applaus belohnt wurde.
Einmal „auf links gedreht“
Nun folgten der Rückblick und Ausblick des Bürgermeisters. Das „Neunkirchener ABC“, ein Jahresrückblick in Worten von A bis Z und Bildern, legte ein beredtes Zeugnis von den vielen bewältigten Aufgaben des vergangenen Jahres ab: Das ganze Dorf wurde einmal umgegraben, um Nahwärmerohre und gleichzeitig Breitbandkabel zu verlegen; Straßensperrungen und Umleitungen, neue Busrouten und unvermeidlicher Lärm und Schmutz inklusive. Doch nun sind 90 Prozent der Nahwärmetrasse fertig, die Gebäude angeschlossen und mit Nahwärme versorgt. Dazu gehörte der Bau einer Energiezentrale mit Holzkessel, Wärmepumpen und Wärmespeicher, die Errichtung eines Photovoltaik-Feldes zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht und der Bau einer Zisterne als Löschwasserreserve und zur Beregnung des nahen Sportplatzes. Eine Herkules-Aufgabe geht ihrem Ende entgegen. Am 18. und 19. Juli wird ein Dorffest diesen Meilenstein einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung feiern.
Doch auch anderenorts wurde Neunkirchen einmal „auf links gedreht“: Die Straßen Zeilweg, Am Hackwald und Am Waldrand wurden inklusive Strom- und Breitbandleitungen sowie Kanal- und Nahwärmerohren umfassend saniert, die Kleine Straße wird derzeit ausgebaut. Zwei neue kleine Baugebiete, eins in Neunkirchen und eins in Neckarkatzenbach, geben Raum für Neubürger.
Neunkirchen sorgt für die kleinsten Bewohnerinnen und Bewohner: Eine Baugenehmigung mit Brandschutzkonzept für kindgerechte Räume liegt vor, sodass demnächst der Umbau der ehemaligen Räumlichkeiten des DRK-Ortsvereins und des Sängerbundes für eine Mensa und ein Ganztagesangebot in der Grundschule beginnen kann. Die Kindergärten, Krippen und der Waldkindergarten, die Vereine und Initiativen, Sportgruppen, Jugendtreff und das „Neikercher Sommerprogramm“ bieten Abwechslung und Anregungen für die Jüngsten. Und auch die Senioren konnten 2025 ein ehrenamtlich getragenes ganzjähriges Programm genießen.
Feuerwehr und THW erhielten für die Anschaffung neuer Ausrüstung und eines neuen Fahrzeuges Spenden vom Gemeindeversicherungsverband bzw. vom Bund. Der genossenschaftlich getragene Bürgermarkt für die Nahversorgung der Bürger, aber auch die Feste und Feiern dienen dem Zusammenhalt der Neunkirchener. 2025 kam man zum Kirschenfest, zur Kerwe und zum Hobby-Künstler-Markt, zum Martinsumzug und zum Weihnachtssingen zusammen. Auch die Jubiläen des Hotels Stumpf, der Gaststätte „Rose“ und des Stoffe-Fachgeschäfts „Das Blockhaus“ führten viele Neunkirchener zusammen.
Neues Jahr, neue Aufgaben
Auch 2026 stehen eine Menge Aufgaben an: Eine Bürger-App zum schnellen Kontakt mit der Verwaltung und eine neue Homepage stehen kurz vor der Veröffentlichung. Der Hochwasserschutz für Neckarkatzenbach geht in die Umsetzung. Dafür stehen die Verlegung und Renaturierung des Krebsbachs und eines Geröllfangs oberhalb des Dorfes n an. Bei all diesen notwendigen Aufgaben stellen die Finanzen die Verwaltung „vor fast unlösbare Herausforderungen“, und das bei unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Allein durch die Erhöhung der Kreisumlage und der Finanzausgleichsumlage Baden-Württemberg entstehe ein Defizit von mehr als 200.000 Euro im Ergebnishaushalt, so Bernhard Knörzer. Die Investitionen in Bauprojekte seien nur dank der Fördermittel aus Bundes- und Landesprogrammen möglich gewesen. Gleichzeitig müsse man aber konstatieren, dass die Rücklagen „bedenklich schmelzen“.
Dennoch gibt es weiterhin Bauprojekte, die dank Investoren verwirklicht werden können: Der Bau eines dreigeschossigen Gesundheitszentrums ist laut Bürgermeister Knörzer „auf der Zielgeraden“, denn ein Investor sei gefunden und man verfolge das Projekt „mit Nachdruck“. Weiterhin werden die Solarparks Neunkirchen und Neckarkatzenbach als Gemeinschaftsprojekt mit einem Investor ab Mitte 2026 verwirklicht. „Die Gemeinde kann einen Anteil von bis zu 49 Prozent halten – da müssen wir schauen, wie viel wir uns leisten können“, bemerkte der Bürgermeister. Ein weiteres geplantes Projekt sei die Umwandlung der bisherigen Tennisplätze in Padel-Courts und Boule-Spielfelder, die mit Glück durch eine LEADER-Förderung ermöglicht werden könnten. Damit wäre Neunkirchen die erste Gemeinde im Neckar-Odenwald-Kreis mit Plätzen für die Trendsportart Padel, ein vom Tennis abgeleitetes, schnelles und kraftvolles Rückschlagspiel. Das ehemalige Tennisheim wurde schon in Eigenarbeit des Männergesangvereins „Rauhe Kehlen“ in ihr Sängerheim umgewandelt.
Ehrungen








Im zweiten Teil des Neujahrsempfangs ehrte Bürgermeister Knörzer verdienstvolle Neunkirchener. Teresa Frey, Nadine Gericke, Jasmin Schäfer und Nicole Weinreich erhielten die Ehrennadel in Gold für zehn Blutspenden; Moritz Fuchs und Laura Schwager die Ehrennadel in Gold mit goldenem Lorbeerkranz für 25 Blutspenden. Bernhard Knörzer lobte ihr „besonderes Verhältnis zum Mitmenschen“ und „ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, gerade in Zeiten, in denen Verlässlichkeit und Zusammenhalt wichtiger sind denn je“. Für ihre sportlichen Leistungen wurden die Turnerinnen der SVN, drei Kraftsportler und die Neunkirchener B-Fußballjugend mit ihren Trainern geehrt.
Die Turnerinnen Marisa Fischer, Sofia Lochhaas, Kira Martin, Sina Mützel, Nina Schmock, Cattleya Völpel und Alina Winkler haben hervorragende Platzierungen beim Gauentscheid und beim Kinderturnfest belegt. Mit ihnen freuten sich die Trainerinnen Sophia Göhrich und Tina Diemer. Die Kraftsportler Malena Schmitt, Ann-Sophie Knörzer und Maximilian Wilhelm werden im Kraft-Werk Schwarzach von Ingo Fein, Anna-Sophie Knapp und Melina Kuvarakis trainiert. Sie erreichten erste, zweite und dritte Plätze bei Bezirks-, Landes- und Bundeswettbewerben. Die Neunkirchener Jugendfußballer Kilian Bernadin, Samuel Falk, Lenn Gericke, Sebastian Knörzer, Bastian Wintergerst, Fabian Brück, Shane Fischer, David Hidekuti und Leon Tomic freuen sich mit ihren Trainern Heiko Schattauer und Ulrich Haaß über die Kreismeisterschaft und den zweiten Platz beim Kreispokal. Alle Mannschaften erhielten kleine Geschenke.
Als Höhepunkt der Ehrungen erhielt Karlheinz Diemer die Ehrennadel der Gemeinde Neunkirchen in Gold. Der verdiente ehemalige VdK-Vorsitzende habe neben seinen engagiert ausgeführten Tätigkeiten für Hilfesuchende auch viel für die Heimatgeschichte getan und an der Ortschronik sowie am Bildband über Neunkirchen mitgearbeitet, und all dies auch im hohen Alter und neben der Pflege seiner Frau, sagte der Bürgermeister in seiner Laudatio. Damit habe er sich in bedeutender Weise und weit über das übliche Maß einer ehrenamtlichen Tätigkeit für das Wohl der Gemeinde verdient gemacht.
Mit dem „Zauber der Musik“ aus den Kehlen des engagierten Sängerbundes mit seiner Dirigentin Bernadette Karl klang der Neujahrsempfang aus. Gemeinderatsmitglied und Bürgermeister-Stellvertreter Ralf Leibfried übermittelte die Grüße und den Dank des Rates für die gute Zusammenarbeit im Jahr 2025 und wünschte alles Gute für 2026. Nach dem abschließenden Badnerlied trafen sich Bürger, Landrat, Verwaltung und Gemeinderäte zum ausgiebigen Austausch und stießen mit einem Glas Sekt oder Orangensaft aufs neue Jahr an.


