ELR-Ausbaumaßnahme "Zeilweg - Am Hackwald" offiziell eingeweiht
06.11.2025

Einweihung der neugestalteten Ortsstraßen Zeilweg/Am Hackwald/Am Waldrand
Bei kühlem, trockenem Wetter konnte am letzten Oktobertag ein nahezu abgeschlossenes Bauprojekt eingeweiht werden: Die Straßen Zeilweg, Am Hackwald und Am Waldrand sind nun asphaltiert und mit höhengleichen Gehwegen, Schrammborden, Rinnen und Pflanzbeeteinfassungen im gleichen Stil wie die sanierte Ortsdurchfahrt versehen. Bürgermeister Bernhard Knörzer begrüßte zur Feierstunde am Ausbauort den Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL, den Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises Dr. Achim Brötel und zahlreiche Verantwortliche der bauausführenden Firmen und der Mühlbachwassergruppe. Sein besonderer Dank galt auch den Gemeinderäten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und des Bauhofs, die den Ausbau entscheidend vorangetrieben haben. Der Zustand der Straße, Wasserrohrbrüche und Leckagen im Abwassersystem, hätten eine Sanierung erfordert, erklärte der Bürgermeister. Jedoch sei die Erneuerung erst durch die Erweiterung des ELR-Programms des Landes Baden-Württemberg möglich geworden: Die Öffnung des Förderrahmens auf Gebäude und Infrastruktur der 1970er-Jahre habe Fördermittel in Aussicht gestellt, Voraussetzung dafür, „dass in unseren drei Wohnstraßen fast 3 Mio. Euro an Investitionen angeschoben werden konnten.“
Hohe Fördergelder
1,4 Mio. Euro wurden für Kanal- und Straßenbau aufgewendet, 470.000 Euro für die Nahwärmeversorgung im Quartier und 450.000 Euro für die komplette Sanierung der Wasserversorgung. Außerdem wurde die Stromversorgung erneuert, das Glasfasernetz neu verlegt und die angrenzenden Grundstücke angepasst. „Hierfür erhielt die Gemeinde Neunkirchen etwa 400.000 Euro an ELR-Mitteln, 300.000 Euro aus dem Ausgleichsstock Baden-Württemberg und 280.000 Euro für die Nahwärmeversorgung.“
Investition in moderne Infrastruktur
Damit, so Bernhard Knörzer, sei die Infrastruktur für das nächste halbe Jahrhundert fortentwickelt worden und ein überaus attraktives Quartier rund um das NaturKulturHotel Stumpf entstanden, ein Vollausbau wie in einem Neubaugebiet. Mit der Modernisierung der Straßenzüge habe die Gemeinde eine klimaneutrale, wirtschaftliche Heizmöglichkeit eröffnet, die vom Hotel Stumpf als einer der Großkunden und von anderen Anwohnern angenommen wurde. Gleichzeitig wurden die Häuser flächig an die Glasfaser angebunden. Zu guter Letzt vergab die Gemeinde zusammen mit der Mühlbachgruppe Bauarbeiten an den Wasserrohren, sodass auch die Trinkwasserversorgung auf neuestem Stand ist. Der Bürgermeister bedankte sich bei allen beteiligten Firmen, beim Land Baden-Württemberg für die Förderung, bei den Mitarbeitern für ihre gute, engagierte Arbeit und bei den Anwohnern für die Geduld mit den Unannehmlichkeiten der Bauphase.
Von der Planung zur Fertigstellung
Oliver Schnese vom Planungsbüro Martin-Schnese erläuterte die Planung und Ausführung der neuen Infrastruktur: Wegen der Einschränkungen für Anwohner habe man die Maßnahme in vier Bauabschnitte unterteilt und dabei auch die Zugänglichkeit der Grundstücke, die Wasserversorgung und die Müllabfuhr organisiert. In den Straßen seien 360 Meter Abwasserkanäle mit 65 Seitenanschlussleitungen, 520 Meter Wärmehauptleitungen und 290 Meter Wärmehausanschlussleitungen verlegt worden, dazu 2.700 Quadratmeter Asphalt, 1.100 Quadratmeter Pflasterarbeiten und 1.400 Meter Borde, Rinnen und Zeiler. Schnese bedankte sich bei den Arbeitern, beim Bauleiter André Mackmull und seinem Polier Ralf Roos, bei seinem Oberbauleiter Stiegeler, beim Vermesser Schmerbeck und beim technischen Leiter Patkos. Ein dickes Dankeschön ging auch an die Anwohner für ihr Verständnis und den „hohen Kaffeeindex“: Die Bauarbeiter seien sehr freundlich mit Kaffee und Kuchen versorgt worden. „Unser Büro hat sich entschlossen, die Ausgestaltung der Grünbeete und Ergänzungsbepflanzungen mit einer Spende von 1000 Euro finanziell zu unterstützen“, beendete er seine Rede.
Neue Wasserleitungen
Alexander Freygang, Geschäftsführer des Zweckverbands Mühlbachwassergruppe, war sehr angetan von der Fertigstellung der Straßen, „die wir gerne begleitet und unterstützt haben“. 600 Meter Hauptwasserleitung, 32 Hausanschlüsse, 40 Absperrarmaturen und mehrere Wasserhydranten seien verlegt und eingebaut worden, wobei die Mühlbachgruppe die Kosten bis zum Übergabepunkt zum Kunden übernommen habe. Mit der Baumaßnahme seien 4,3 Prozent des Ortsnetzes erneuert worden.
Dank an die Anwohner
Auch André Mackmull vom Bauunternehmen Mackmull war voll des Lobes über die Wertschätzung und Freundlichkeit der Anwohner, die trotz Lärm, Schmutz und Behinderungen viel Verständnis und Hilfsbereitschaft gezeigt hätten. Durch ein gutes Zusammenwirken mit dem Bauherren, den Ingenieurbüros, dem Gemeinderat und der Verwaltung habe man die Baumaßnahme in gutem Einvernehmen beenden können. Dies sei eine Investition in Nachhaltigkeit und Arbeitsplätze.
Kluges Handeln
Landwirtschaftsminister Peter Hauk als „Mister ELR“ freute sich, bei der Eröffnung der „ersten Baumaßnahme nach der Erweiterung der ELR-Förderrichtlinien“ dabei zu sein. „Mit Blick auf die niedrigen Baustandards der 1970er-Jahre mussten wir eine Möglichkeit finden, Wohnumfeld- und Dorfgestaltungen auch in steuerschwachen Gemeinden wie Neunkirchen durchzuführen“, sagte er. „Neunkirchen hat viel gestemmt, den Dorfausbau, die Nahwärme und jetzt auch diese Straßen – die Fördermittel sind eine Art Steuerrückerstattung an Sie.“ Dabei hätten der Bürgermeister und der Gemeinderat klug gehandelt und sich mit den Förderanträgen einen Vorteil verschafft. „Wer kluge Menschen wählt, hat in der Demokratie eben einen Vorteil“, resümierte er und verwies auf die Landesfördermittel für Haussanierung, die jetzt den Anwohnern offenständen.
Nachhaltige Gemeindeentwicklung
„Neunkirchen ist nicht der bessere Teil von Deutschland, sondern der beste“, nahm Landrat Dr. Achim Brötel den Gedanken des Ministers auf. „In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss dieser wirklich sehr gelungenen Wohnumfeldmaßnahme hier in Neunkirchen. Ein lebenswertes Wohnumfeld ist auch ein ganz zentraler Faktor für Lebensqualität, für soziale Teilhabe und damit zugleich für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung.“ Der Landrat fasste die Pluspunkte der Erneuerung zusammen: „Durchweg barrierefreie Gehwege, dorfgerechte Gestaltung des Umfelds, Angleichung von Angrenzerflächen, Erneuerung von Sockelmauern, nicht zu vergessen die – natürlich insektenschonende - Straßenbeleuchtung und zusätzliche Begrünung mit Pflanzbeeten und Hochstammbäumen.“ Brötel bedankte sich beim Minister Hauk für die wertvolle Unterstützung, beim Gemeinderat und der Verwaltung mit Bürgermeister Bernhard Knörzer „für die Bereitschaft, auch in herausfordernden Zeiten Geld in die eigene Zukunftsfähigkeit zu investieren“ und bei Knörzers Vorgängern Hermann Vogt und Wolfgang Schirk für den „langfristig angelegten Generalplan“.
Nach einem Segensgebet des evangelischen Pfarrers Samuel Goerke und nach Zerschneiden des symbolischen Bandes stärkten sich die Verantwortlichen, Anwohner und Besucher mit einer kräftigen Suppe und heißen Getränken im Zelt vor dem Hotel Stumpf.









