Aus dem Gemeinderat, 18.09.2025

22.09.2025

Aus dem Gemeinderat, 18.09.2025
Aus dem Gemeinderat, 18.09.2025

Gemeinderat Neunkirchen informierte sich über Sachstand in Kindergarten und Grundschule

Schwerpunkt Kinderbetreuung

Gemeinderat Neunkirchen informierte sich über Sachstand in Kindergarten und Grundschule

Wie viele Kinder werden in Neunkirchens Kindergärten betreut und wie sieht es mit der Ganztagsbetreuung in der Grundschule aus? Um dieses Thema zu beleuchten, hatte der Gemeinderat Neunkirchen in seiner Septembersitzung Marcel Mader vom Jugendamt des Neckar-Odenwald-Kreises zu Gast. Mader, der im Landratsamt für die Jugendhilfeplanung zuständig ist, referierte über den Sachstand der Kindertagesbetreuung und das Ganztagsförderungsgesetz. Dafür habe man 2024 Daten gesammelt und den Bedarf an Betreuungsplätzen im Neckar-Odenwald-Kreis erhoben, erklärte Mader. Dabei seien kreisweit 129 Kindertageseinrichtungen mit 357 Gruppen und 6933 genehmigten Plätzen gezählt worden, wobei die genehmigten und belegten Plätze seit 2013 stark angestiegen seien. In Neunkirchens Kindergärten zeige die Statistik zum 1. März 2024 insgesamt 111 genehmigte und 86 belegte Plätze und damit eine Auslastung von 78 Prozent. Die Gemeinde habe also genügend Plätze geplant und eingerichtet, zumal der Bedarf sich durch Neuzuzüge sehr schnell ändern könne. 

Rechtsanspruch der Schulkinder 

Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Kinder der 1. Klasse einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung. In den Schuljahren bis 2029/30 gilt dieser Anspruch dann für alle Grundschulkinder. Das bedeutet, dass die Schulen eine Nachmittagsbetreuung und zusätzlich eine Ferienbetreuung der Kinder gewährleisten müssen. Als Schulträger haben also die Kommunen dafür zu sorgen, dass in den Betreuungszeiten am Nachmittag und in den Schulferien geeignetes Personal und bedarfsgerechte Räume zur Verfügung stehen. Drei Modelle sind für die Nachmittagsbetreuung denkbar, die Ganztagsschule, der Hort und die flexible Nachmittagsbetreuung. Die gebundene Ganztagsschule verpflichtet alle Kinder zum Besuch der Nachmittagsangebote und kann ab einem Bedarf von 25 Plätzen eingerichtet werden, ist dann aber für alle Kinder verpflichtend. Das offene Ganztagsmodell hält dagegen freiwillige Nachmittagsangebote vor. Der Hort bietet eine pädagogische Betreuung mit Hausaufgabenhilfe und Freizeitangeboten an. Im letzten Modell sorgen Kommunen mithilfe von Vereinen und privaten Anbietern für Angebote während der Betreuungszeiten. Dieses Modell ist in Neunkirchen als Kernzeitbetreuung bereits eingeführt und wird von dem größten Teil der Schulkinder genutzt, nämlich 80 Prozent. Die Gebühr beläuft sich für Eltern im Basismodell (Tägliche Betreuungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr ) auf 35 Euro, im erweiterten Basismodell (Tägliche Betreuungszeit von 7.00 bis 15.00 Uhr, Freitags nur bis 13.30 Uhr) auf 49 Euro und im Fünf-Tage-Modell (Tägliche Betreuungszeit von 7.00 bis 15.00 Uhr incl. Freitag) auf 54 Euro pro Kind und Monat; dazu kommt nach Wunsch das Mittagessen. Dies ist günstiger als im Durchschnitt der Schulen im Neckar-Odenwald-Kreis. 

Ferienbetreuung 

Neu ist ab 2026 die Verpflichtung, auch in den Ferienzeiten eine Ganztagsbetreuung für die Schulkinder anzubieten, deren Eltern das wünschen. Dies könne die Kommune selbst organisieren oder in Kooperation mit Vereinen und Jugendhilfeangeboten verwirklichen, so Marcel Mader. In Neunkirchen wird eine interkommunale Ferienbetreuung im Verwaltungsverband mit den Gemeinden Schwarzach und Aglasterhausen angedacht, um das Angebot wirtschaftlich stemmen zu können, erklärte Bürgermeister Bernhard Knörzer. Im Neckar-Odenwald-Kreis nahmen im Schuljahr 2024/25 laut Marcel Mader 634 von 5241 Grundschulkindern eine Ferienbetreuung in Anspruch, das entspricht etwa zwölf Prozent. Neunkirchens Grundschule wird derzeit von 70 Kindern besucht. Daher wird die Gemeindeverwaltung jetzt den Bedarf für eine Ferienbetreuung erheben und ein passendes Angebot entwickeln. Zur Umsetzung der Ganztagesbetreuung wurde ein Bauantrag für die Umnutzung von Räumen in der Grundschule und den Bau einer Küche mit Mensa gestellt und bereits vom Landratsamt genehmigt. Ein Antrag auf staatliche Förderung für den Umbau und weitere neue Räume ist schon gestellt. Damit, so Mader, sei Neunkirchen im Landkreisvergleich zeitlich weit vorn. 

Vieles noch offen 

Die Fragen der Gemeinderäte nach einem Maximalbetrag für Eltern und nach Berufsvorgaben für Betreuer konnte Marcel Mader noch nicht beantworten, denn dafür fehlten noch Verordnungen. Bürgermeister Knörzer bemerkte, man werde den Eltern keine kostendeckenden Beiträge abverlangen, da die Gemeinde eine pädagogisch wertvolle Beschäftigung mit den Kindern als Grundlage der Daseinsvorsorge sehe. Man hoffe, dass die gesetzlichen Anforderungen an das Betreuungspersonal in einem erfüllbaren Rahmen blieben, denn bei der Suche nach pädagogischem Personal sei man derzeit im Wettstreit mit vielen verschiedenen Einrichtungen. Eine Besucherin der Sitzung bat darum, nicht das Modell der gebundenen Ganztagsschule zu wählen, um Eltern die Entscheidung über die Betreuungszeit zu lassen. 

Bauarbeiten und Baugesuche 

Der Bürgermeister informierte den Gemeinderat über die Vergabe von Bauarbeiten zum Ausbau der Kleinen Straße. Für den Kanal-, Straßenbau und die Nahwärmeversorgung wurde das Unternehmen August Mackmull als wirtschaftlichster und annehmbarster Anbieter beauftragt. Für die Arbeiten wurde eine Summe von 1,132 Mio. Euro veranschlagt. Die Bauarbeiten sollen schon in Kürze beginnen, um den dritten und vierten Bauabschnitt der Nahwärmeversorgung Neunkirchens im Zeitplan zu ermöglichen. Außerdem wurde in nichtöffentlicher Sitzung der Kaufpreis für das Baugrundstück festgelegt, auf dem das Gesundheitszentrum Neunkirchen entstehen soll. Hauptamtsleiter Ralf Lenz stellte zwei Baugesuche vor, nämlich eine Dachsanierung und Anbau einer Überdachung am Tennisclubheim und den Neubau einer Gerätehütte in der Nähe des Kleintierzüchtervereins. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen. 

Standesamt Neunkirchen 

Im Rahmen des Gemeindeverwaltungsverbandes „Kleiner Odenwald“ wurden im Jahr 2018 zwei Ersatzstandesbeamtinnen für Neunkirchen benannt. Da in Schwarzach und Aglasterhausen jetzt neue Standesbeamtinnen tätig sind, wurden diese vertraglich bestellt. 

Informationen des Bürgermeisters 

  • Nahwärme: Die Arbeiten in der Sofienstraße sind demnächst fertiggestellt, sodass der Graben geschlossen werden kann. Die Straße wird wieder befahrbar sein, jedoch erst in einigen Wochen komplett fertiggestellt werden. 
  • Gleichzeitig werden wöchentlich zwei bis drei Nahwärme-Hausübergabestationen installiert, damit sind auch diese Arbeiten zeitlich im Plan. 
  • Zeilweg: Die Bauarbeiten sollen Ende Oktober fertiggestellt sein, die Einweihung der Straße ist für die Herbstferien geplant. 
  • Im Eichwaldring gab es mehrere Wasserrohrbrüche und in der Waldstraße einen Netzschaden der Netze BW, sodass diese Straßen unerfreulicherweise nochmals aufgegraben werden müssen. 
  • Essensangebot für Kinder: Ab Oktober wird eine neue Mitarbeiterin für die Ausgabe der Essen sorgen.