Aus dem Gemeinderat, 20.11.2025

27.11.2025

Gemeinderat beschließt Nachtragshaushalt 2025

Der Gemeinderat Neunkirchen hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Nachtragshaushalt für das Jahr 2025 verabschiedet. Wesentlicher Bestandteil der Anpassung ist die Aufnahme eines Investitionskredits in Höhe von 500.000 Euro. Diese Kreditsumme wird erforderlich, da geplante Einnahmen aus Grundstücksverkäufen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Wie Bürgermeister Bernhard Knörzer ausführte, habe sich die erhoffte Belebung der Bautätigkeit bislang nicht eingestellt, sodass der vorgesehene Verkaufserlös im laufenden Jahr nicht erreicht werden kann. Eine ohnehin in den Folgejahren vorgesehene Kreditaufnahme werde daher nun vorgezogen.

Änderungen im Ergebnishaushalt

Im Ergebnishaushalt fallen die Abweichungen im Vergleich zum Ursprungshaushalt moderat aus. Erhöhungen bei Gewerbesteuer (+30.000 Euro) und Holzverkaufserlösen (+90.000 Euro) werden durch Mindereinnahmen unter anderem bei der Nahwärmeabrechnung (-94.000 Euro) sowie geringere Schlüsselzuweisungen und Einkommenssteueranteile ausgeglichen. Insgesamt liegt das Ergebnis rund 46.000 Euro unter Plan. Durch verschiedene Einsparungen auf der Aufwandsseite verbessert sich das Jahresdefizit dennoch leicht und beträgt nun statt 460.000 Euro etwa 439.000 Euro.

Deutliche Verschiebungen im Finanzhaushalt 

Im Finanzhaushalt ergeben sich jedoch erheblichere Veränderungen. Zur Finanzierung von Investitionen waren 2,2 Millionen Euro eingeplant, davon rund 1,17 Millionen Euro aus Grundstücksverkäufen. Die Veräußerung mehrerer Bauplätze – unter anderem in den Gebieten „Vorderer Grund“, „Worzenwiesen“ und „Hummelwiese“ – kann im Jahr 2025 jedoch nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Auch der geplante Verkauf des früheren AWO-Freizeitheims verzögert sich. 

Gleichzeitig reduzieren sich die Ausgaben im Finanzhaushalt um etwa 950.000 Euro, da verschiedene Projekte in das Jahr 2026 verschoben werden müssen. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen im Rahmen des Ganztagsausbaus an der Grundschule sowie der Hochwasserschutz mit Renaturierung des Krebsbachs in Neckarkatzenbach. Für Letzteres liegen inzwischen die Förderbescheide vor, sodass erste vorbereitende Arbeiten noch 2025 starten können. 

Trotz der geringeren Ausgaben ergibt sich eine Finanzierungslücke von rund 600.000 Euro. Um diese zu schließen, ist die Aufnahme eines Investitionskredits in Höhe von 500.000 Euro erforderlich. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde steigt damit voraussichtlich von 670 Euro auf etwa 900 Euro. Die Vergabe des Kredits erfolgt nach Genehmigung des Nachtrags durch das Landratsamt. 

Blick auf die kommenden Jahre 

Für die künftige Haushaltsplanung regte SPD-Gemeinderat Jan Kellner an, den Zuschuss für den Bürgermarkt bereits im Vorfeld im Haushaltsplan zu berücksichtigen, anstatt wie bisher regelmäßig im Nachhinein darüber zu entscheiden. 

Bürgermeister Knörzer zeigte sich dankbar über die Geschlossenheit des Gremiums. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen sei es wichtig, die Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern und notwendige Investitionen nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung zudem intensiv mit der zukünftigen Informations- und Präsentationstechnik der Gemeinde beschäftigt. 

Zentrale Themen waren eine neue Gemeinde-App, die Modernisierung der Internetseite sowie der Umgang mit technischer Ausstattung im Bürgersaal. Gemeinde-App und neue Website kommen Um die Kommunikation mit der Bürgerschaft zu verbessern, stellte eine Arbeitsgruppe ihre Überlegungen für eine benutzerfreundlichere und barrierefreie digitale Infrastruktur vor. Ein Schwerpunkt lag dabei auf einer App, die ergänzend zur überarbeiteten Website angeboten werden soll und mit dieser eng verzahnt ist. Die App soll es ermöglichen, Neuigkeiten der Gemeinde direkt aufs Smartphone zu erhalten, zudem werden ein Veranstaltungs- und Müllkalender sowie ein Meldesystem für Hinweise integriert. Weitere Funktionen sind für einen späteren Ausbau vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte dem Projekt – begleitet durch die Firma Leinberger Media – mit großer Mehrheit zu. 

Präsentationstechnik: Entscheidung verschoben 

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Ausstattung des Bürgersaals. Da die vorhandene Leinwand defekt ist und nicht mehr repariert werden kann, standen verschiedene Ersatzmöglichkeiten zur Auswahl. Die Verwaltung favorisierte die Anschaffung eines großen Präsentationsdisplays, das mit rund 11.000 Euro zu Buche schlagen würde und hybride Sitzungen ermöglichen soll. Mehrere Ratsmitglieder äußerten jedoch Bedenken und wünschten sich eine umfassendere Information, bevor über eine solche Investition entschieden wird. Das Thema soll deshalb zusammen mit den Planungen für den Haushalt 2026 erneut beraten werden. 

Baumaßnahmen und Infrastruktur 

Zur Kenntnis nahm der Rat die geplanten energetischen Verbesserungen an der THW-Unterkunft im Gewerbegebiet „Meistersgrund“. Neben der Dämmung werden auch ein barrierefreier Zugang und ein behindertengerechtes WC eingerichtet. Auch zum Nahwärmeausbau berichtete die Verwaltung über einen guten Baufortschritt. Die vorgesehenen Hausanschlüsse sollen – sofern die Wetterlage es zulässt – bis Weihnachten fertiggestellt werden.