11.07.2017 Bewertungskommission von
 

Silbermedaillengewinner Neunkirchen diente als Musterdorf für Beurteilungskriterien

 

Neunkirchen.(bx) Bürgermeister Bernhard Knörzer empfing im Bürgersaal der Gemeinde Neunkirchen eine hochrangige Delegation aus Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen des Wettbewerbs 2017/18 in ihrem Bundesland Ortschaften auszuwählen hat, welche die Kriterien zur Prämierung des bundesweiten Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" erfüllen. Da es Neunkirchen 2010 gelungen war, den zweiten Platz in diesem Vergleich zu erringen, wollten sich die Kommissionsmitglieder, zusammengesetzt aus Bürgermeistern und Vertretern aus Verbänden und Ministerien, unter der Leitung von Dr. Waldemar Gruber vor Ort persönlich ein Bild davon machen, welche Merkmale Neunkirchen als ein ganz besonderes Dorf auszeichnen. Altbürgermeister Wolfgang Schirk, in dessen Amtszeit die Prämierung erfolgt war, stellte in seinem Vortrag die Besonderheiten des Kirschendorfs heraus und führte die Gäste durch die mannigfaltigen Qualitäten, durch die sich Neunkirchen aus der Masse vergleichbarer Ortschaften heraushebt. Sichtlich engagiert und begeistert von den zurückliegenden Maßnahmen, die bis heute fortgesetzt werden, begab er sich auf die virtuelle Reise durch Neunkirchen. Als Beginn schilderte er die Bestandserfassung der vorhandenen Gegebenheiten, auf deren Grundlage eine erste Planung erfolgte. Danach zeigte er den Gästen die umfangreichen infrastrukturellen Arbeiten auf, zu denen auch eine moderne Breitbandverkabelung und zahlreiche bauliche Maßnahmen gehörten und in die neben der Gemeinde auch viele Privatpersonen engagiert waren, was die große Bereitschaft der Bürger dokumentierte, gemeinsam den Ort "nach vorne zu bringen". Darin eingeschlossen waren auch Neugestaltungen der örtlichen Plätze unter der Berücksichtigung nachhaltiger umweltschützerischer und ästhetischer Aspekte und der Erhalt wertvoller Biotope im Umfeld der Gemeinde. Besonders die Streuobstwiesen, in denen alte Obstbaumbestände die Landschaft prägen, wurden zu einer nachhaltigen Nutzung zurückgeführt, indem innerorts eine Kelterscheune errichtet wurde, in der die Ernteerträge zu Most verarbeitet werden. Auch ein weiteres Highlight beschrieb Schirk, als er über die Errichtung eines Bürgermarktes berichtete. Durch den Wegfall vieler örtlicher Versorgungsbetriebe war nämlich ein Problem entstanden, mit dem sich die Infrastruktur gravierend verschlechterte - ein Problem, vor dem viele vergleichbare Ortschaften stehen. Neunkirchen löste diesen Missstand durch die Gründung eines genossenschaftlich organisierten Bürgermarkts, dessen Entwicklung eine echte Erfolgsgeschichte wurde. So bildet die Einrichtung heute nicht nur ein Zentrum der Grundversorgung, sondern hat sich auch zu einem Kommunikationsmittelpunkt entwickelt, der das soziale Leben in besonderem Maß bereichert. Lobenswert fand Schirk die Bündelung aller Kräfte in beiden Teilorten, bei der sich auch die Bildungseinrichtungen, Vereine, Verbände, Organisationen und Kirchen bereitwillig einfügten und so ein enges Netzwerk flochten. Nach der Klärung einiger Fragen folgte ein Rundgang durch Neunkirchen, bei dem sich die Gäste vor Ort von den Errungenschaften überzeugen konnten und sich eifrig notierten, worauf sie bei ihrer späteren Bewertung zu achten haben. Auch hier gelang es den Vertretern Neunkirchens überzeugend, zu demonstrieren, dass bei einem entsprechend hohen Engagement ein Dorf durchaus in der Lage sein kann, seinen Bürgern ein variationsreiches Umfeld zu schaffen, welches von Attraktivität und einer angenehmen Wohn- und Lebenssituation geprägt ist. Bei dem anschließenden Mittagstisch kamen weitere Themen zur Sprache, welche die Gäste gerne aufgriffen, um die Arbeit in ihrem Bundesland aufzunehmen.

 

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Lage und Anreise

Neunkirchen
liegt im kleinen Odenwald östlich von Heidelberg
Lage und Anreise

Die Gemeinde Neunkirchen ist Mitglied bzw. Teil des: